Technische Hochschule Darmstadt

Standort:Darmstadt
Bauherr:Land Hessen vertreten durch das Staatliche Hochschulbauamt Darmstadt
Architekten:Gerd Fesel mit Volker Ludwig
Bauaufgabe:Laboratorien und Versuchshallen für die Fakultät Maschinenbau der TH Darmstadt
Leistungen:Ingenieurbüro für Bauwesen Prof. Polónyi, v. Kalmar, Fink, Koch. Tragwerksplanung nach §64 HOAI, Lph. 2-6
Bearbeitungszeit:1971-1974
Fertigstellung:1978
Konstruktion:Dachtragwerk, Stahlfaltwerk aus Stahlrohrprofilen, zusammengesetzt aus ebenen Fachwerkträgern. Zweigeschossige Seitenschiffe mit Fertigteil-Stahlbetonplatten über dem EG und Spannbetonhohldielen über dem OG auf Stahllängsträgern mit einer Spannweite von 7,50 m. Aussteifung durch diese Decken und die Erschließungstürme sowie durch Wandscheiben an den Hallenstirnseiten.
Baustoffe:Stahl, Stahlbeton, Stahlbetonfertigteile


Technische Hochschule Darmstadt

Baubeschreibung:
In der Gesamtdisposition, der das Konzept „form follows function“ zugrunde liegt, sind alle Teile des Gebäudekomplexes um eine Freifläche für Außenversuche gruppiert. Die das Gesamtbauwerk gliedernden Türme bilden Festpunkte für die Verkehrserschließung, für die Medienverteilung und für das statische System, dadurch wird ein maximal flexibles System der übrigen Zonen erreicht. Die Laboratorien und die Versuchsfelder der Bauten 1 und 2 können bei Bedarf um 25% erweitert werden. An den Stirnseiten der Anlage nehmen Kräne Schwerlasten auf. Die Laboratorien sind gleichmäßig den 8,50m hohen Versuchsfeldern 2-geschossig zugeordnet.
Den einzelnen technischen Systemen sind bestimmte Farben zugeordnet, welche die Funktionen ablesbar machen.
Die Fassade ist als Curtain-wall aus emailliertem Aluminium ausgebildet.

Konstruktion:

Auflage war ein geringer Stahlbedarf, niedrige Lohnkosten und die Mechanisierung der Montage.
Die Konstruktion der Labortrakte ist im Wesentlichen trivial. Die Hallen dagegen – mit einer Spannweite von 22,50m – bedurften besonderer Überlegungen. Vollwandträger als Alternativen schieden wegen des hohen Stahlbedarfs und aus architektonischen Gründen aus. Die hier eingesetzten Fachwerklösungen reichen vom ebenen Fachwerk bis zum räumlichen Stabwerk. Das Dachtragwerk der Hallen ist ein Stabfaltwerk aus ebenen schräg liegenden Fachwerkträgern aus Stahlrohrprofilen. Die Ober- und Untergurte der Fachwerkträger sind abwechselnd durch einfache, aus Stahlplatten gefertigten Schellen gelenkig miteinander verbunden. Die so gebildeten Fachwerkpakete können jeweils als Einheit transportiert, auf die Längsträger gesetzt und mittels Winde wie eine Harmonika auseinander gezogen werden. Der Abstand der Untergurte wird mit Seilen fixiert bis die Lager ihren endgültigen Platz erreicht haben und festgeschraubt werden können. Dehnungsfugen waren lediglich bei der Dacheindeckung notwendig, da die Tragkonstruktion selbst Bewegungen mitmacht.