Rathaus Hennigsdorf

Standort:Hennigsdorf bei Berlin, Land Brandenburg
Bauherr:HGS Hennigsdorfer Gesellschaft für Stadtentwicklung mbH
Architekten:Sauerbruch Hutton Generalplanungsgesellschaft mbH
Bauaufgabe:Neubau eines Rathauses für die Stadt Hennigsdorf
Leistungen:Tragwerksplanung gem. § 64 HOAI, Lph. 2-6, Schallschutz gem. § 80 HOAI
Fertigstellung:2003, RIBA Award 2004
Konstruktion:Massivbau in Stahlbeton. Um den schwebenden Eindruck der Obergeschosse zu erzielen, blieb das Erdgeschoss weitgehend stützenfrei. Innere Fassade und äußere Flurwände der Obergeschosse wurden als 7 m hohe wandartige Träger ausgebildet, die bei Spannweiten bis zu 22 m die Lasten auf die Stützen abtragen.


Rathaus Hennigsdorf

Baubeschreibung:
Der Rathaus-Neubau ist ein 3-geschossiges Gebäude mit teilweiser Unterkellerung, dessen Obergeschosse über dem Erdeschoss zu schweben scheinen. Sie werden aus einem nichtkreisförmigen Ring mit ca. 12 bis 18 m Breite gebildet, wobei eine offener Innenbereich von ca. 30 x 20 m entsteht, der über dem Erdgeschoss eine mit ovalen Lichtöffnungen versehene Decke erhält.

Konstruktion:
Um den gewünschten „schwebenden“ Eindruck der Obergeschosse zu erzielen, blieb das Erdgeschoss weitestgehend stützenfrei. Dazu wurden die innere Fassade sowie die äußere Flurwand der oberen Geschosse  tragend als ca. 7 m hohe Träger ausgebildet.
Die 30 cm dicke Lochfassade des Gebäudes besteht aus den Brüstungen im 1. und 2. Obergeschoss und der Attika sowie aus 40 cm breiten Pfeilern zur Verdübelung der Querschnitte.
Bei den ebenfalls 30 cm dicken Flurwänden sind die Türen im 1. und 2. Obergeschoss versetzt angeordnet, so dass hier eine Verbindung nicht möglich war. Diese Wände tragen als Fachwerkträger.
Die Decken spannen mit Weiten von 7 – 12 m und kragen ca. 5 m zur äußeren Fassade hin aus. Zur Erhöhung der Steifigkeit des Systems wurden in regelmäßigen Abständen radial verlaufende Querwände zwischen der Flurwand und der äußeren Fassade angeordnet.
Die tragenden Wände lagern bei Stützweiten bis zu 22 m auf Stützen oder auf Wandscheiben auf.

Gründung:
Bei normal tragfähigem mitteldicht gelagertem Sand wurde eine Flachgründung aus Einzel-, Streifen- und Plattenfundamenten hergestellt. Wegen des hohen Grundwasserstandes wurde für die tiefer liegenden Bereiche eine bauzeitliche Wasserabsenkung und die Ausbildung in WU-Beton notwendig.