Türkentor

Standort: München, Maxvorstadt Türkenstraße
Nutzung: Ausstellungsgebäude (Kunstraum)
Auftraggeber: Staatliches Bauamt München 1, Peter-Anzinger-Str. 10, 81547 München
Bauaufgabe: Sanierung und Erweiterung des denkmalgeschützten Einganggebäudes der ehemaligen Türkentorkaserne
Architekten: Sauerbruch Hutton Generalplanungsgesellschaft mbH Lehrter Str. 57, 10557 Berlin Tragwerk
Leistungen: Tragwerksplanung gem. Teil VIII HOAI Leistungsphasen 2-6
Bearbeitungszeit: 2009


Baubeschreibung:
Das denkmalgeschützte klassizistische Gebäude, einziger Restbestand der ehemaligen Türkentorkaserne (erbaut 1826) wurde saniert und erweitert, um dort das Raumkunstwerk des amerikanischen Künstlers Walter de Maria einzurichten.
Das Kunstwerk – veranschaulicht die Wechselwirkung zwischen der vollkommenen geometrischen Form einer Kugel und dem sie umgebenden Raum und ist gleichsam Ort der Kontemplation zwischen der Pinakothek der Moderne und der Sammlung Brandhorst zu verstehen.

Tragwerk:
Das Gebäude wird bis auf das Bestandsmauerwerk mit seinen Fenstern sowie vier Natursteinstützen mit darauf gelagertem Holzträgerrost zurückgebaut und dann durch Erneuerung und Erweiterung für die vorgesehene Nutzung hergerichtet.
Die neue Dachkonstruktion, bestehend aus geschlossenen und verglasten Flächen wird durch einen Trägerrost aus je zwei sich kreuzenden Stahlträgern getragen, die ihre Lasten auf die über dem Bestandsmauerwerk angeordneten Stahlbetonringbalken abgeben .Im Bereich der geschlossenen Flächen lagern auf dem Stahlträgerrost vier trapezförmige Stahlbetonfertigteilplatten.

Mauerwerk:
Das zurück gebaute Gebäude wird durch neues Mauerwerk bis zur geplanten Oberkante ergänzt.
Es erhält auf der Nord- und Südseite eine 11,5 cm dicke Vormauerschale.
Der auf der Westseite errichtete Anbau erhält eine 49 cm dicke Außenwand aus Mauerwerk, die durch vier bewehrte Stahlbetonstützen ausgesteift wird.

Sohlplatte und Gründung:
Das Bestandsgebäude erhält eine 30 cm , der Anbau eine 20 cm dicke Stahlbetonsohle.
Zur Entlastung der durch das Gebäude führenden Rohrleitungen wird die Sohlplatte zur Abtragung der hohen Lasten aus dem Kunstobjekt tragend als Decke ausgebildet.
Hierzu wurden neue Flachgründungen in der Achse der Pfeiler ebenso wie für die Westwand und die Vormauerschalen vorgesehen.